Programm

Mi 3.7.2024 — 19 Uhr — Stadthaus St. Gallen, Festsaal — Gallusstrasse 14
Ostschweizer Literaturgespräch #15: Lisbeth Herger & Willi Keller

Die von Eva Bachmann ins Leben gerufene und heute von Ruth Erat kuratierte Reihe geht in ihre 15. Runde. Zu Gast sind diesmal die Autorin, Kulturjournalistin und Schreibcoach Lisbeth Herger und der bildende Künstler Willi Keller.

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Bilder, Fakten, Schilderung von Leben, das ausgegrenzt und weggesperrt wurde und wird: Was Lisbeth Herger mit «moralisch defekt» über den Umgang mit Pauline Schwarz (1918–1982) recherchiert hat, macht Willi Keller in seinen Schwarz-Weiss-Fotografien aus der Psychiatrie der frühen Siebzigerjahre des letzten Jahrhunderts sichtbar.

Herger veröffentlichte 2020 ihr akribisch recherchiertes Buch über das tragische Schicksal der in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsenen Pauline Schwarz. In einem Gutachten der Zürcher Klinik Burghölzli von 1942 wurde Pauline Schwarz als «moralisch defekt» bezeichnet. Herger sichtete die ausgezeichnete Quellenlage in Form von psychiatrischen Gutachten, Gerichtsurteilen, Vormundschaftsakten und Scheidungspapieren.

Keller stiess 2014 in seinem privaten Archiv auf Fotos, die er um 1970 herum als Pfleger in der psychiatrischen Klinik Burghölzli gemacht hatte. Sein Fund erwies sich als Glücksfall, gibt es doch nur wenige fotografische Dokumentationen des Alltags in psychiatrischen Anstalten. Im 2017 erschienenen Band «Eingeschlossen» der über 80 Abbildungen enthält, dokumentiert er gemeinsam mit Sabine Jenzer und Thomas Meier den Alltag und Aufbruch in der psychiatrischen Klinik Burghölzli zur Zeit der Brandkatastrophe von 1971.

Beider Bücher verweisen nicht nur auf Vergangenes. Im Mittelpunkt des Gesprächs über die Arbeit des Künstlers und die der Journalistin stehen natürlich Fragen nach Entstehung, Darstellung und Intention, doch zwangsläufig auch jene nach unserem Umgang mit Menschen, die überfordern.

Moderation: Ruth Erat
Eintritt: Fr. 20.- / erm. Fr. 15.- (Mitglieder Wyborada)
Anmeldung: nicht erforderlich, aber hilfreich über literaturhaus@wyborada.ch

Im Anschluss kleiner Apéro (Kollekte).

 

Fotos Lisbeth Herger und Willi Keller: privat

So 7.7.2024 — 19.30 Uhr — Raum für Literatur, Hauptpost, Eingang St. Leonhard-Strasse 40, 3. Etage
Terézia Mora: «Muna»

Brillant beschreibt die Georg-Büchner-Preisträgerin in ihrem jüngsten Roman das Leben einer Frau in emotionaler Abhängigkeit. Ein Buch über Obsession und Hoffnung, Liebe und Schmerz. Mit der Lesung dieser grossen Autorin verabschiedet sich das Literaturhaus in die Sommerpause.

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Um was es geht:

Muna steht vor dem Abitur, als sie Magnus kennenlernt, Französischlehrer und Fotograf. Eine Nacht verbringen sie miteinander, dann verschwindet er, mit dem Mauerfall. Erst sieben Jahre später begegnen sich die beiden wieder und werden ein Paar. Muna glaubt, in der Beziehung zu Magnus ihr Zuhause gefunden zu haben. Doch schon auf der ersten gemeinsamen Reise treten Risse in der Beziehung auf. Im Laufe der Jahre nehmen Kälte, Unberechenbarkeit und Gewalt immer mehr zu. Doch Muna ist nicht gewillt aufzugeben.

»Wer diesen Roman liest, wird ihn nicht mehr los, wird sie nicht mehr los: die Ich-Erzählerin Muna.« rbb Kultur

Moderation: Anya Schutzbach

Terézia Mora, geb. 1971 in Sopron, Ungarn, lebt seit 1990 in Berlin. Für ihren Roman »Das Ungeheuer« erhielt sie 2013 den Deutschen Buchpreis. Ihr literarisches Debüt, der Erzählungsband »Seltsame Materie«, wurde mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet. Sie zählt zudem zu den renommiertesten Übersetzer*innen aus dem Ungarischen.

EINTRITT Fr. 25.- / erm. 20.- (Mitglieder Verein Wyborada, Literaturhaus St. Gallen und Bibliothek Wyborada); Fr. 15.- (Studierende, Kultur-Legi); Mitglieder A*dS gratis, Geflüchtete gratis

TICKETS im Vorverkauf über eventfrog oder das Literaturhaus St. Gallen. Senden Sie uns Ihren Reservierungswunsch einfach per Mail an literaturhaus@wyborada.ch

ABENDKASSE ab 19 Uhr. Für den Kauf von Tickets an der Abendkasse bitten wir um Anmeldung über literaturhaus@wyborada.ch

Foto Autorin: Keystone/DPA/Frank Rumpenhorst

Einreichungsfrist: bis 30.6.2024
Ausschreibung: Ulrike Crespo Förderpreis

Der WORTMELDUNGEN Ulrike Crespo Förderpreis ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert. In einer ersten Auswahlrunde werden zehn Texte von einer fünfköpfigen Jury nominiert. Die Shortlist-Nominierung ist mit einer Dotierung von jeweils 500 € verbunden. In der zweiten und finalen Runde entscheidet sich die Jury für drei Preisträger:innentexte.

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„Es sind die nicht vollzogenen Abschiede, die unser Leben wie ein Gitternetz überlagern.“

Was erzählen Abschiede über Gegenwart und Vergangenheit? lautet die Fragestellung, die in diesem Jahr von Frank Witzel, Träger des WORTMELDUNGEN Ulrike Crespo Literaturpreises 2024, formuliert wurde.

Nachwuchsautor:innen sind aufgefordert, darauf literarisch und kritisch mit einem noch unveröffentlichten deutschsprachigen Kurztext (literarischer Essay, Rede, kurze Prosa, Erzählung) von 9.000 bis 20.000 Zeichen Länge zu antworten. Bewerben können sich Autor:innen, die noch keine eigenständige literarische Buchpublikation (betrifft auch E-Books) verfasst haben oder einen Vertrag mit einem Verlag oder einer Literaturagentur abgeschlossen haben.

Mehr Infos über diesen Link.

FÄLLT AUS
Bodensee-Sommerkurs: Literarisches Schreiben und Textgestaltung

Der für das letzte Juni-Wochenende geplante Schreibkurs fällt aus. Für nähere Informationen wenden Sie sich bitte an die Veranstalter.

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Das blaue Haus in Arbon am Bodensee (Haus Max Burkhardt) ist das Gesamtkunstwerk eines Dekorationsmalers und Fotografen – ein Ort des Sehens und Gestaltens. Hier vermittelt Ruth Erat als Autorin und Kunstschaffende literarisches Schreiben und Textgestaltung mit dem Typographen Lukas Erat.

Zum Auftakt geht‘s auf den See, dann ins blaue Haus. in den drei Tagen wird intensiv geschrieben, zugehört, diskutiert, geht es um die Qualitäten der eigenen Arbeiten und um Wege, Neues zu wagen und Unerwartetes zu schaffen – Formen zu finden, dies miteinander und je einzeln, mit dem Laptop oder nur mit Papier und Stift.

Am Ende wird auch eine mögliche typografische Form gesucht. Dafür vermittelt Lukas Erat Grundlagen und hilft bei der Gestaltung des eigenen Textes.

So sollen, wozu das Haus gleichsam auffordert, ihre jeweils passende Gestalt erhalten: Sätze und Satzfolgen, die sich über die Ränder der eigenen Arbeit hinaus zu einer neuen Einheit fügen und diese auch wieder aufbrechen…

Kursgebühr pro Person:
733 Euro / 700 CHF

inklusive Apéro, Kaffee, Mittagessen am See

Die Anzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist sinnvoll begrenzt. Es zählt das Eingangsdatum Ihrer Buchung.

Anmeldungen über die Website: www.schreibkomplizen.net

Januar bis Juni — Literaturhaus-Lesekreis/1 — Bürgerratssaal im Stadthaus, Gallusstrasse 14
Dante, «Die Göttliche Komödie» & Sibylle Lewitscharoff, «Das Pfingstwunder»

Der Lesekreis/1 des Literaturhauses St. Gallen widmet sich unter der Leitung von Anya Schutzbach wie «immer» (es gibt Ausnahmen…) einem Klassiker der Weltliteratur. In diesem Halbjahr hat man sich die grösste Komödie der Weltliteratur vorgenommen, die «Divina Commedia» von Dante Alighieri. Diese als Sprungbrett in die Gegenwart nehmend, beschäftigt sich der Kreis ab März mit Sibylle Lewitscharoffs Roman «Das Pfingstwunder», der ohne Dante nicht zu haben ist…

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Der Lesekreis trifft sich ein Mal pro Monat. Die Termine im aktuellen Halbjahr sind:

Dienstag, 30. Januar

Dienstag, 13. Februar

Dienstag, 26. März

Dienstag, 23. April

Dienstag, 28. Mai

Dienstag, 11. Juni

Die Zahl der Teilnehmenden ist auf 10 Personen beschränkt, um einen konzentrierten und intensiven Austausch zu ermöglichen.

Der aktuelle Lesekreis ist ausgebucht. Anmeldungen und Informationen für die Lesekreis-Angebote ab September 2024 über literaturhaus@wyborada.ch.

HINWEIS

Seit März 2024 bietet das Literaturhaus St. Gallen einen zweiten Lesekreis an: Unter der Leitung von Gallus Frei-Tomic (literaturblatt.ch) werden jeweils aktuelle Bücher der Gegenwartsliteratur gelesen, z.T. auch mehrere Bücher pro Saison.

Informationen auch hierzu über literaturhaus@wyborada.ch oder über diesen Link.

März bis Juli — Literaturhaus-Lesekreis/2 — Bibliothek Wyborada, Studio —Davidstrasse 42
Karl Rühmann, «Glasmurmeln, ziegelrot» & Mireille Zindel, «Fest»

Unter der Leitung von Gallus Frei-Tomic werden von Anfang März bis Juli zwei aktuelle Titel der Gegenwartsliteratur gelesen.

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Die Treffen finden ein Mal pro Monat im Studio der Bibliothek Wyborada statt.

Der aktuelle Lesekreis ist ausgebucht. Falls Sie Interesse an einem der kommenden Angebote haben, melden Sie sich gern per Mail an literaturhaus@wyborada.ch.

Zu den Büchern:

«Glasmurmeln, ziegelrot»: Das Kind wächst während des Kalten Krieges 
in einem osteuropäischen Land auf, wird als Fremdes von seinen Mitschülern gehänselt und von der Staatsmacht schikaniert. Es gibt vieles, was das Kind nicht verstehen kann 
und auch nicht verstehen soll. Um damit fertig zu werden, zieht es sich in seine Sprache zurück, die nur es selbst und die Mutter einschliesst. Es verwandelt alles in Geschichten und schafft so aus Bedrohlichem Interessantes, aus Ungewissem Vertrautes.

Karl Rühmann gelingt es in diesem Episodenroman, prägnante Sprachbilder für die Welt seiner Hauptfigur, «das Kind», zu formulieren. Zugleich zeichet er in feinen Szenen die Wirkungsmacht der Fantasie.

«Fest»: Noëlle befindet sich in einer psychiatrischen Klinik im Kanton Jura, in die ihr Gatte Bertram sie gefahren hat. Seit fünf Jahren ist sie einem Mann namens David verfallen, der sich seit Monaten nicht mehr bei ihr meldet. Noëlle, die nicht weiss, dass sie wahnkrank ist, wähnt sich im Ferienhaus von Bert­rams Mutter, wo sie sich von den letzten anstrengenden Jahren erholen will. Zwar erkennt sie, dass sie bei einem Psychiater in Behandlung ist, sieht jedoch weder den Klinikalltag noch die anderen Patienten um sich herum. Sie ist nicht gewillt, den Wahnsinn aufzugeben, denn das Spiel um Wirklichkeit und Einbildung hält eine ganz persönliche Form von Freiheit für sie bereit.

«Fest» ist der Roman einer schmerzhaften Liebe, die zu emotio­naler Abhängigkeit, Realitätsflucht und Identitätsverlust führt.

 

Sowohl Karl Rühmann als auch Mireille Zindel werden zu jeweils einem Termin des Lesekreises persönlich anwesend sein.

Das aktuelle Programm: April – Juli 2024

Mit den Farben der Jahreszeit startete das Literaturhaus im April in die neue Saison. Wenn Sie wissen möchten, wie es bis zu unserer Sommerpause weitergeht, klicken Sie auf «weiter»!

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Eröffnet wurde das Frühjahrsprogramm von der rumänisch-schweizerischen Autorin Dana Grigorcea am 4. April. Mit Sayaka Murata und dem Träger des Deutschen Buchpreises Tonio Schachinger folgen Stimmen aus Japan und Österreich, und neben der deutsch-ungarischen Schriftstellerin Terézia Mora wird auch die britische Künstlerin Rachel Lumsden bei uns zu Gast sein. Auf der Bühne des Theaters St. Gallen geht es weiter mit der schönen Reihe LooT und dem gefeierten Schauspieler und Bestsellerautor Joachim Meyerhoff, wir feiern 100 Jahre Zauberberg, indem wir ihn uns erzählen lassen (!), und natürlich fehlen auch die nächsten Folgen der Ostschweizer Literaturgespräche und Artist’s Choice nicht. Herzlich willkommen!

Bibliothek Wyborada — Davidstrasse 42 — Treppenhaus im Lagerhaus
Medienrückgabe

Dank eines im Treppenhaus installierten Medienrückgabekastens können die Bücher können nun auch ausserhalb der Öffnungszeiten der Bibliothek zurückgebracht werden.

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Der Medienrückgabekasten steht im Treppenhaus des Lagerhauses.

Der Eingang an der Davidstrasse 42 (Restaurant Lagerhaus) ist jeweils offen:

Dienstag – Freitag 11.30 – 23.00

Samstag 13.00 – 23.00

Sonntag & Montag Ruhetag

seit August 2023 — Bibliothek Wyborada
Neue Öffnungszeiten

Wir sind neu jeweils am Mittwoch und Donnerstag ab 10:00 Uhr durchgehend bis am Abend um 19:00 Uhr für Sie da.

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Im Frühling dieses Jahres haben wir bei unseren Nutzer:innen eine Umfrage zu den Öffnungszeiten durchgeführt. Eine klare Mehrheit favorisierte Öffnungszeiten über Mittag und am Abend. In der Folge haben wir die bestehenden Stunden neu verteilt – et voilà!

Bibliothek Wyborada — IM FOKUS
Belletristik & Lyrik

Die 1986 als Frauenbibliothek gegründete Bibliothek Wyborada beherbergt neben Sachbüchern, Zeitschriften, Biografien, feministischen Krimis und Musik auch Belletristik und Lyrik.

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An die 4000 Bücher mit Geschichten und Gedichten aus Frauenhand stehen für Sie bereit. St.Galler Autorinnen sind dabei genauso vertreten wie andere wichtige Stimmen aus der ganzen Welt.

 

Eine Übersicht der bisherigen Veranstaltungen von Literaturhaus & Bibliothek Wyborada ab November 2019.

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Eine Übersicht der bisherigen Veranstaltungen von Literaturhaus & Bibliothek Wyborada ab November 2019.