LooT*, die Siebte. Diesmal eingeladen uns zu elektrisieren ist eine der eigenwilligsten Figuren der gegenwärtigen Literaturszene: Die dänische Performancekünstlerin, Musikerin und Schriftstellerin Madame Nielsen.
Geboren als Claus Beck-Nielsen 1963 in Aalborg, Dänemark, inszenierte er 2003 seinen Tod als Schriftsteller und wurde für tot erklärt. In seinem Namen entstand das Unternehmen „Das Beckwerk“, das in der Grauzone zwischen politischer Realität und Fiktion arbeitete und weltweit Interventionen in politischen Brennpunkten unternahm, u. a. im Irak, Iran, in Afghanistan, Ägypten und der Ukraine. 2011 schloss das Unternehmen und der ehemalige männliche Körper erlebte eine Wiederauferstehung als das weibliche Wesen Madame Nielsen.
Das Spiel mit Identitäten und (Geschlechter-)Rollen ist nicht nur Thema des künstlerischen Schaffens von Madame Nielsen – sei es im Theater, in der Literatur, in der Musik oder Performance –, sie lebt es auch. Als lebende Figur verwandelt Madame Nielsen die Räume, die sie betritt: Die Welt wird zur Bühne und die Realität entpuppt sich als Spiel.
Für ihre künstlerische Arbeit, zu der neben Prosa auch Theaterstücke, Lieder und Performances zählen, wurde Madame Nielsen in Dänemark und Deutschland vielfach mit bedeutenden Preisen ausgezeichnet und war mehrfach für den Literaturpreis des Nordischen Rates nominiert.
Ihre Romane „Der endlose Sommer”, „Das Monster” oder „Lamento” sind in Deutschland Bestseller, zuletzt erschien „Mein Leben unter den Großen“, und für die Münchner Kammerspielen entwickelte Madame Nielsen mit „Very Rich Angels” ein «intergalaktisches Musical», das dort Anfang Juni Premiere feierte.
Das Gespräch mit Madame Nielsen über ihren jüngsten Roman «Mein Leben unter den Grossen» führt Philipp Theisohn, Professor für Neuere deutsche Literaturwissenschaft und Direktor des Zentrums für literarische Gegenwart an der Universität Zürich.
Als die Madame noch ein junger Autor war, traf sie manchmal mehr und manchmal weniger verhofft auf die wichtigsten Schrifsteller*innen dieser Zeit (meistens waren es aber Schriftsteller, sind wir mal ehrlich). Das Leben unter den Grossen wollte aber nicht ganz gelingen und schnell wurde klar, dass literarischer Erfolg kein Leumundszeugnis ist. – Sehr unterhaltsam, sehr vielschichtig, genauso wie man Nielsen kennt.
Eintritt Fr. 25.- regulär / diverse Ermässigungen.
Tickets nur über das Theater St. Gallen – im Vorverkauf oder an der Abendkasse des Theaters – und über diesen Link zum Online-Shop von Konzert und Theater St. Gallen.
** Achtung!, die Anwahl ermässigter Tickets im Online-Shop des Theaters ist erst im Warenkorb möglich, d.h.: Zuerst ein reguläres Ticket in den Warenkorb legen, anschliessend die jeweilige Ermässigung anwählen 😉 **
LooT – Literatur links with Theater: Im Rahmen einer Kooperation mit dem Theater St. Gallen stellen wir in dieser Reihe Autorinnen und Autoren vor, die sowohl im sogenannten Literaturbetrieb zuhause sind als auch im oder auf dem Theater. Und die mit kühnen, und immer bemerkenswert eigenwilligen Texten die Welt von uns Lesenden bereichern.
Bislang zu Gast: Kim de l’Horizon, Wolfram Lotz, Emine Sevgi Özdamar, Ariane von Graffenried und Martin Bieri, Lukas Bärfuss und Joachim Meyerhoff.
Foto Madame Nielsen ©Dirk Skiba